LYDIA-Musical: Gelungene Premiere in Burgdorf

Ankleiden, schminken, buntes Treiben und letzte Vorbereitungen am frühen Sonntagnachmittag, 23. Oktober 2016. Und dann werden die Türen zum Einlass um 15.30 Uhr zur Premiere von „LYDIA – die Purpurhändlerin“ geöffnet. Innerhalb weniger Minuten füllt sich das Theater am Berliner Ring in Burgdorf bis auf den allerletzten Platz…

Um 16 Uhr treten die jungen Darsteller nach einjähriger Probenzeit in ihren farbenfrohen Kostümen auf die Bühne, um die Geschichte der Lydia zu erzählen. „Wo komm´ ich her, wo geh´ ich hin und hat mein Leben einen Sinn?“ singen alle gemeinsam mit dem Orchester der Neuapostolischen Kirche Hannover. Das gespannte Publikum, darunter auch Burgdorfs stellvertretende Bürgermeisterin Simone Heller sowie Apostel Helge Mutschler und Bischof Dirk Hiddessen (Schirmherr des Projekts), werden auf eine bewegende Reise zur Antwort auf diese Frage mitgenommen. Dann öffnet sich der Vorhang und das erste von insgesamt vier beeindruckenden Bühnenbildern wird sichtbar. Zusammen mit vielen Requisiten erscheinen sie dem Zuschauer noch viel abwechslungsreicher und immer wieder neu in Szene gesetzt. Das 5-teilige große Hintergrundbild mit der Akropolis wirkt besonders durch seine Tiefe, jeweils drei Bilder sind für das Zimmer der Lydia sowie die Stoff-Filiale mit vielen ergänzenden Details versehen – eine besondere Herausforderung für das Requisitenteam hinter der Bühne. Eine beeindruckende Kulisse ist schließlich das Gefängnis-Tor, das dem Erdbeben im späteren Musicalverlauf gewollt nicht Stand halten wird… Alles wird zügig umgebaut, etwas längere „Umrüstzeiten“ für die Kulissenbauer untermalt das erfahrene Orchester mit Musik.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf: Intrigen, Neid und Hass, aber auch Freundschaft, Treue, Glaube, Liebe und Versöhnung werden von über hundert Kindern und Jugendlichen abwechslungsreich für Ohren und Augen mittels Musik (Chor- und Sologesang), Schauspiel und Tanz in Szene gesetzt. Dabei überzeugen die 19 Hauptfiguren in dieser ersten Aufführung stimmlich und mit ihrem Schauspiel. Eine beachtenswerte Leistung ist auch die Tontechnik. So sind alle Solisten mit Headsets ausgestattet.

Und immer wieder sind es diese liebevollen Details, die den Zuschauer schmunzeln und aufmerken lassen: handgefertigte Schneckenhäuser für den Schneckentanz, farbenprächtige orientalische Gewänder für die Bauchtänzerinnen, Schwerter, Helme und Schilde für die Soldaten. Und ohne zu viel für die kommenden Vorstellungen verraten zu wollen, aber neben Lydia, Euodia, Syntyche, Timon, Paulus, Silas und deren Weggefährten werden sicher auch die kleinen Auftritte von Pontius Blitzus, zwei weltbekannten Galliern auf Wildschweinjagd, die Hühner auf dem Markt oder die fetzige Modenschau in Lydias Geschäft in lebhafter Erinnerung bleiben.

Zur Pause kommt es noch zu einer ungeplanten Aufregung: auf dem Dach des benachbarten Rohbaus zum Theater am Berliner Ring brennt die Dachpappe und sorgt für ein Großaufgebot an Feuerwehrfahrzeugen und auch dafür, dass erst einmal niemand das Theater verlassen darf. Nach einer etwa halbstündigen Pause können alle Besucher wieder erfrischt und gestärkt ihre Plätze einnehmen und der Brandmeister bestätigt dem Publikum, dass das Musical wie geplant fortgeführt werden kann.

Mit dem Lied „Die gute Nachricht ist nicht zu stoppen, durch nichts und keine Macht der Welt. Der gute Same wird weiter fliegen, sich tausendfach vermehren, bis ans Ende der Welt…“ singt der Chor die Antwort nach dem Sinn des Lebens für jeden Christen. Nach etwas über drei Stunden steht der gesamte Chor nochmals mit dem Lied „Steig in das Boot des Lebens ein“ letztmalig für diesen Abend auf der Bühne. Das begeisterte Publikum spendet reichlich Applaus und im Hinausgehen auch eine ansehnliche Summe zur Deckung der Kosten für das Kinder- und Jugend-Projekt der Neuapostolischen Kirche Niedersachsen.

Martin Lütge lässt unter viel Beifall des Publikums nochmals die Hauptdarsteller sowie die Verantwortlichen für Musik, Tanz und Schauspiel einzeln auf die Bühne kommen.

Apostel Mutschler richtet seine Dankesworte an alle Akteure und an das Musicalteam. „Ich bin geflasht!“ so der Apostel. Und dann hebt er die hervorragende Arbeit der Kinder und Jugendlichen hervor und zählt auf, wie viele ehrenamtliche Helfer zum Gelingen dieses Musicalprojekts beigetragen haben. An Ralf Meier, der das Musical zusammen mit Selina Meier und der Theaterpädagogin Mara Behrend arrangiert und inszeniert hat, richtet er ebenso seine Dankesworte wie an Melanie und Holger Plottke (Orchester) sowie Martin Lütge, Petra Borchert und Kerstin Nader (musikalische Chor- und Gesangsausbildung) und Ingo Meier als Gesamtkoordinator dieses umfangreichen Projektes. Abschließend zitiert er eine Zeile aus einem Lied des Musicals und gibt den jungen Christen eine Aufgabe mit auf den Weg: „So, wie ihr es gesungen habt: Ihr seid unterwegs im Auftrag von höchster Stelle! Es ist großartig, was ihr geleistet habt! Liebe Kinder, Gott segne euch!", schließt Apostel Mutschler.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Burgdorf, Simone Heller, beglückwünscht alle zu diesem gelungenen Projekt und hebt die Professionalität sowie die besondere und ehrenamtliche Dimension, die wohl ihresgleichen suchen würde, hervor. Sie unterstreicht, dass die Liebe ein großes Thema sei – gerade in der heutigen Zeit. „Das macht Lust auf mehr!“ ergänzt sie abschließend und lobt die erfolgreiche Fortführung mit „Lydia“ nach den Musicals „Joseph“ (2003), „Esther“ (2006) sowie „Franziskus“ (2009), die ebenfalls in Burgdorf Premiere feierten.

In Seesen findet die zweite von insgesamt sechs Aufführungen am Sonntag, 30. Oktober 2016 mit einer anderen Besetzung der Hauptrollen statt. Die Veranstaltung ist mittlerweile aufgrund der Kartenreservierungen ausgebucht.

Für die noch folgenden Aufführungen in Burgdorf (12. und 13. November), Osterode (20. November) und Springe (27. November) sind noch Plätze verfügbar. Reservierungen unter: lydiakarten@email.de (Reservierungsgebühr pro Karte: 3 EURO)